I wish I was a piece of wood - 5 Jahre - Gedankenfetzen



Es ist eine stupide Arbeit. Aber immerhin lenkt es ein bischen ab. Holz aufschichten. Mit einer einer zweckentfremdeten Eisenklammer hacke ich ins Holz, um es nicht aufheben zu müssen. Gesundheit geht vor. Und sich Bücken müssen ist in seinem Alter auch nicht mehr gesund.
Wir beginnen um 11:30 und arbeiten bis 12:15.

Rückblick. 11.September 2001. Ich glaube, es war 9:00. Oder so. Egal.

Meine Schwester :"Hey, was bringen die denn um diese Uhrzeit schon einen Actionfilm ? Da fliegen Flugzeuge ins World Trade Center."

Kawooom ! Die Eisenklammer saust ins Holz. So langsam wird es warm hier draussen. Es ist einer dieser Spätherbst Tage mit unverschämt blauem Himmel der einlullend und sorgenfrei wirkt.


Moderator : "Im Inneren des World Trade Centers herrschen aufgrund des brennenden Kerosins wohl ungefähr 1000 C° Die Überlebenschancen für die dort eingeschlossenen Menschen stehen schlecht. "


Verdammtes Kleinzeug. Die Holzreste legen sich auf die verschwitzte Haut. Es juckt überall.

Mein Vater : "Das kleine Geschnipsel kannst du da auf den großen Haufen aufschichten."


Das einzige Anzeichen für James Gartenbergs Existenz war sein Vielfliegerpass. Den fand man in den Trümmern des World Trade Centers.
Seine Mutter wünscht sich ein Denkmal auf dem alle Namen der Opfer eingraviert sind. So hat sie wenigstens einen Ort an dem sie um ihren Sohn trauern kann. Er hinterlässt eine Frau und zwei kleine Töchter.


Ich hoffe, ich hole mir keinen Schliffer. Bin so in Gedanken, dass ich mir fast ins Schienbein hacke.


Mein Vater : "Pass auf, dass der ganze Haufen nicht wieder zusammenfällt, sonst müssen wir wieder von vorn anfangen."



Um 10:29 Uhr bricht der Nordturm des World Trade Centers unter einem furchterregenden Bersten zusammen. Niemand weiß zu diesem Zeitpunkt wieviele Menschen noch im Gebäude waren. Nicht mal Peter Kloeppel.



Mein Vater : "Soooo, dann wären wir langsam fertig. Du kannst rein gehen. Ich komme gleich nach."



Wie viele Feuerwehrleute wohl an diesem Tag ins WTC rannten, in dem Glauben sie könnten Leute retten? Es dürften wohl hunderte gewesen sein...wie viele kamen nicht mehr nach Hause?



Mein Vater : "Ja, das sieht doch schon gut aus. Kannst es so stehen lassen. Wir machen später weiter."



Das Mt. Sinai Krankenhaus in New York betreut kostenlos Opfer und Betroffene des 11. September und bietet psychologische Hilfe an. Bisher ließen sich dort ca. 10.000 Menschen behandeln.


Ich glaube, ich gehe dann wieder Holz aufschichten. Das lenkt ab.

Jung, verbraucht...

und semiprofessionell. Fragt man sich warum, fragt man einmal zuviel.

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Zuletzt aktualisiert: 13. Feb, 00:18

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